Leeraner Trinkwasser ist sicher!
Die Stadtwerke üben scharfe Kritik an einem veröffentlichten BUND-Test, in dem von erhöhten PFAS-Werten im Trinkwasser in Leer die Rede war. Alle von akkreditierten Fachlaboren genommene Proben bestätigen das Gegenteil. Die Verantwortlichen der Probenentnahme in einem Haushalt in Leer haben sich mittlerweile kritisch zur Vorgehensweise des BUND geäußert und sich davon distanziert.Leeraner Trinkwasser ist sicher! Das betonen Stadtwerke-Vorstand Timo Kramer und Anna Indorf, Fachbereichsleiterin Wasserversorgung bei den Stadtwerken. Beide nehmen noch einmal Stellung zu einem im November veröffentlichten Test des Bundes für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND), in dem es um sogenannte PFAS-Werte (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) ging. 46 Proben waren bundesweit genommen und analysiert worden.
Unter anderem hatte die in Leer entnommene Probe für Unruhe unter hiesigen Trinkwasserkunden gesorgt. Es hieß, dass angeblich künftig geltende PFAS-Grenzwerte überschritten würden. Für große Verwunderung und Irritationen hatten die Ergebnisse auch bei den Stadtwerken gesorgt, zumal regelmäßige von akkreditierten Fachlaboren in Abstimmung mit den zuständigen Behörden vorgenommene Probeentnahmen ergeben hatten, dass jeweils alle 20 untersuchten PFAS-Parameter unterhalb der Bestimmungsgrenze liegen. Das bezieht sich auf Proben, die sowohl am geförderten Wasser als auch am aufbereiteten Wasser genommen wurden.
Tatsächlich war die BUND-Probe aus Leer nicht direkt im Trinkwassernetz, sondern in einem Gebäude in der Stadt aus einem Wasserhahn genommen worden. Timo Kramer und Anna Indorf hatten dieses unangekündigte Vorgehen bereits nach Bekanntwerden der BUND-Veröffentlichung als „sehr befremdlich“ kritisiert. Diese sei weder repräsentativ noch aussagekräftig und werfe viele Fragen - speziell auch zur Probenentnahme - auf. Unabhängig davon betonten sie, dass die Stadtwerke nur Einfluss auf das Wasser haben, „das bei uns gefördert, aufbereitet und durch unsere Leitungen bis zu den Haushalten in der Stadt Leer befördert wird“. Die Betonung liege auf „bis zum Hausanschluss“.
Dazu, wie es zu einer möglichen PFAS-Belastung in dem Leeraner Haushalt gekommen sein könnte, möchten und können die Stadtwerke nicht spekulieren. Ausschließen können sie jedoch auch, dass eine entsprechende PFAS-Belastung im Trinkwassernetz direkt an dem besagten Gebäude vorliegen könnte. Direkt am Hydranten in Gebäudenähe hatten die Stadtwerke nach Bekanntwerden des Ergebnisses explizit eine Untersuchung des Trinkwassers vornehmen lassen. Das aktuelle Ergebnis auch hier: Alle 20 PFAS-Parameter lagen unterhalb der Bestimmungsgrenze.
Mittlerweile haben sich die für die Probenentnahme Verantwortlichen selbst kritisch zum Vorgehen geäußert und sich davon distanziert. Die Proben seien weder fachgerecht noch repräsentativ genommen worden, hieß es. Der BUND selbst hat gegenüber der Ostfriesen-Zeitung geäußert, dass in Haushalten „Verunreinigungen aus den Rohren nicht auszuschließen sind“. Zudem habe man erst nach Veröffentlichung der Ergebnisse erfahren, dass PFAS tatsächlich im Wasser-Hausnetz verwendet werden könnten, zum Beispiel in Dichtungen.
Grundsätzlich sei die Intention des BUND, einen Ausstieg aus der Produktion und Verwendung von Schadstoffen wie PFAS zu fordern - beziehungsweise die Verursacher in die Verantwortung zu nehmen, wenn es um das technisch aufwendige Aufbereiten des Wassers geht – sehr begrüßenswert, sagen Timo Kramer und Anna Indorf. Die Art und Weise der Aufbereitung dieses durchaus wichtigen Themas kritisieren sie allerdings als sehr unprofessionell, da die stichprobenartigen Ergebnisse weder aussagekräftig noch belastbar seien. Im Gegenteil. In Leer hätten sie lediglich zu Unrecht große Sorgen unter den Trinkwasserkunden hervorgerufen. Dazu bestehe keinerlei Anlass, so Kramer und Indorf. Das Trinkwasser, das mehr als 30.000 Abnehmern in der Stadt zur Verfügung gestellt werde, entspreche weiterhin den höchsten Sicherheitsstandards. PFAS-Werte seien in allen Untersuchungen nicht nachweisbar gewesen.